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Deutsche Demokratische Republik

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Deutsche Demokratische Republik Artikel

Dieser Artikel ist Teil der
Serie Geschichte Deutschlands
Franken
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Deutscher Bund
Deutsches Reich
Weimarer Republik
Zeit des Nationalsozialismus
Deutsche Demokratische Republik

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Deutschen Demokratischen Republik. Für weitere Bedeutungen der Abkürzung DDR siehe DDR (Begriffsklärung).


Deutsche Demokratische Republik Beschreibung
Deutsche Demokratische Republik Beschreibung
Flagge der DDR

Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurde 1949 in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und dem Ostsektor Berlins gegründet. Sie genannte sich selbst als sozialistischer Staat und bestand vom 7.10 1949 bis zu dem 2.10 1990.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Aufgewachsen in der DDR - WIR vom Jahrgang 1958 - Kindheit und Jugend Die Beschreibung für das Buch "Aufgewachsen in der DDR - WIR vom Jahrgang 1958 - Kindheit und Jugend" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Daten

Buch-Tipp: Aufgewachsen in der DDR -Wir vom Jahrgang 1968 - Kindheit und Jugend DDR-Jahrgang 68 blickt zurück Wenn sie nicht gestorben sind, werden alle in dem wilden Umbruchsjahr 1968 Geborenen bald ihren 40. Geburtstag feiern. Dörte Rahming, selbst Jahrgang 68, gibt in diesem Buch schon mal einige Tipps für die Party-Ausstattung, erinnert an Pittiplatsch und Pionierhalstuch, Jesuslatschen und Glitzerrock, Rotlichtbestrahlung...

Flagge

Drei waagerechte Streifen in den traditionellen deutschen Farben Schwarz, Rot und Gold mit dem Wappen in der Mitte bestehend aus Hammer und Zirkel, umgeben von einem Ährenkranz als Symbol der Einheit von Arbeitern, Bauern und der Angehörigen der Intelligenz.

Erste Entwürfe des Wappens beinhalteten noch lediglich Hammer und Ährenkranz, als Ausdruck des „Arbeiter- und Bauernstaates“. Mit Gesetz vom 26.09 1955 wurde das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz bestimmt, als Staatsflagge aber weiter „nur“ Schwarz-Rot-Gold. Mit Gesetz vom 1.10 1959 wurde nunmehr das Wappen in die Staatsflagge eingefügt. Das Zeigen dieser Zonenflagge wurde bis Ende der 1960er in der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin als ein Verstoß gegen Verfassung und öffentliche Ordnung angesehen und durch polizeiliche Maßnahmen verhindert (vergleiche Erklärung der Innenminister von Bund und Ländern, Oktober 1959). Erst 1969 verfügte die Bundesregierung, „dass die Polizei nirgendwo mehr gegen die Verwendung von Flagge und Wappen der DDR einschreiten sollte.“

Auf Antrag der DSU beschließt die erste frei gewählte Volkskammer der DDR am 31.05 1990, dass das DDR-Staatswappen innerhalb einer Woche in und an öffentlichen Gebäuden entfernt werden soll. Dennoch fand es bis zu dem offiziellen Ende der Republik beispielsweise auf Dokumenten weiter vielfältige Verwendung.

Buch-Tipp: Baudenkmale in Berlin, Bezirk Wilmersdorf, Ortsteil Grunewald Ausgezeichnet für speziell Interessierte Der etwas sperrige Titel ließ mich vermuten, hier womöglich auf eine Textwüste zu treffen, die gelegentlich von Bauplänen unterbrochen wird. Tatsächlich ist der Band reich s/w bebildert, angenehm gegliedert und sachlich, aber gut lesbar geschrieben. Es wird nach verschiedenen Themen wie Entwicklung des...

Geschichte

Siehe auch:

Die DDR wurde auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone und dem Sowjetischen Sektor Berlins am 7.10 1949 als Reaktion auf die fünf Monate vorher erfolgte Gründung der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Sie stand von Anfang an unter der Herrschaft der SED und war Teil des unter der Hegemonie der Sowjetunion stehenden Ostblocks. Von 1949 bis 1971 war Walter Ulbricht als Generalsekretär der SED der faktische Machthaber, von 1971 bis 1989 Erich Honecker.

Zunächst betrieb die Sowjetunion die Angleichung der DDR an das zentralkommunistische System weniger voran, um die Chance auf eine politisch neutrale und vielleicht auch sowjetisch dominierte deutsche Einheit nicht zu verspielen. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit der Ablehnung der Stalinnote 1952. Die Kollektivierung der Landwirtschaft und die Verstaatlichung der Betriebe wurden massiv vorangetrieben. Die Länder der DDR wurden 1952 aufgelöst und durch Bezirke ersetzt. Am 17.06 1953 kam es in Ost-Berlin zu Demonstrationen gegen erhöhte Arbeitsnormen, die sich zu einem Aufstand gegen die Parteidiktatur der SED ausweiteten. Dieser wurde militärisch von den in der DDR stationierten sowjetischen Truppen teilweise blutig niedergeschlagen.

Deutsche Demokratische Republik Beschreibung
Deutsche Demokratische Republik Beschreibung
Diagramm: Bevölkerungsentwicklung von 1946 - 1985

Da die Wirtschaft der DDR sich aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen nachdem Krieg in einigen Bereichen langsamer entwickelte als die der BRD und wesentliche Freiheiten nicht gewährt wurden, siedelten von 1945 bis 1961 etwa zwei Millionen Menschen aus der DDR in die BRD über. Dies wurde für die DDR wirtschaftlich bedrohlich, da überdurchschnittlich viele junge und gut ausgebildete Menschen den Staat verließen. „Republikflucht“ wurde daher in der DDR zur Straftat erklärt, die Grenze zur BRD durch Sperranlagen, lebensbedrohende Minensperren, Selbstschussanlagen und gezielt schießende Grenzsoldaten „gesichert“. Bei dem Versuch, dieses Sperrsystem zu überwinden, kamen etliche Hundert Menschen an der Innerdeutschen Grenze um. Die „Todesschützen“ der Grenztruppen erhielten Belobigungen oder Sonderurlaub. Diese und andere Menschenrechtsverletzungen wurden von der Bundesrepublik von einem eigens eingerichteten Dokumentationszentrum für DDR-Verbrechen in Salzgitter dokumentiert. Die noch offene Grenze in Berlin wurde ab dem 13.08 1961 durch die Berliner Mauer verschlossen, die damit zu dem Symbol der Teilung Deutschlands und Europas wurde.

Im Zuge der Ostpolitik der bundesdeutschen Regierungen seit 1966, die hauptsächlich von Willy Brandt (Außenminister 1966–69, Bundeskanzler 1969–74) formuliert wurde, kam es zur Annäherung an die Bundesrepublik Deutschland. Diese gab zwar ihren Alleinvertretungsanspruch auf; die DDR erkannte aber an, dass die Deutschen ein Volk sind, das lediglich in zwei Staaten lebte. Daraufhin wurden 1973 beide deutschen Staaten Mitglieder der UNO.

Im Sommer und Herbst 1989 flohen stets mehr Bürger der DDR über Ungarn, das am 2.05 1989 seine Grenze zu Österreich geöffnet hatte und ab dem 11.09 1989 auch DDR-Bürgern offiziell die Ausreise nach Österreich erlaubte, sowie über die Botschaften der BRD in ostmitteleuropäischen Staaten, vor allem in Prag. Da die DDR-Führung die Umgestaltungspolitik des sowjetischen Generalsekretärs Michail Gorbatschow nicht nachvollziehen wollte, destabilisiert sie die DDR zunehmend von innen heraus.

Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und die auf der sowjetischen Perestroika-Politik beruhenden, von Honecker aber enttäuschten Hoffnungen auf freiheitliche Veränderungen führten in dem Rahmen der Friedensgebete der Evangelischen Kirche 1989 zu regelmäßigen Protestdemonstrationen. Diese weiteten sich vor allem in Leipzig sehr schnell zu Großdemonstrationen aus, die friedlich blieben. (Zu trennen sind hiervon die Protestdemonstrationen wegen der erzwungenen Durchreise der Botschaftsflüchtlinge aus Prag und Warschau, die in Dresden am Hauptbahnhof zu wüsten Ausschreitungen führten.)

Am 18.10 1989 musste Honecker unter dem Druck der Straße zurücktreten. Wenige Tage später trat die komplette DDR-Regierung zurück. Am 9.11 wurde die Berliner Mauer geöffnet. Die Montagsdemonstrationen der DDR-Bevölkerung und die Maueröffnung führten schließlich zu dem friedlichen Sturz des SED-Regimes. Nicht ca. die unbewaffneten Montagsdemonstranten blieben friedlich, auch die bewaffneten Organe der DDR, die keinen Schuss auf die Montagsdemonstranten abgaben. Am 3.10 1990 geschah gemäß Einigungsvertrag der Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 23 des Grundgesetzes.

Buch-Tipp: Damals in der DDR. Der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat Gute Übersicht über die DDR "Der Alltag in dem Arbeiter- und Bauernstaat", so lautet der Aufhänger des Buches. Unterteilt in vier Kapitel erzählt es chronologisch die Geschichte der DDR, von der Gründung am 7. 10. 49 bis zu ihrem Untergang in dem Herbst 1989. Jedes Kapitel ist in mehrere weitere Themen gegliedert, in denen stets wieder Ex-DDR-Bürger...

Politik

Die offiziellen staatlichen Institutionen übten zwar formell die Macht aus, konnten faktisch aber bis 1989 ca. Beschlüsse der tatsächlichen Machthaber bestätigen:

Tatsächlich kontrolliert wurde der Staat durch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und die Sowjetunion. Der absolute Führungsanspruch der SED war seit 1968 auch offiziell in der Verfassung der DDR verankert. In Artikel 1 der Verfassung hieß es:

Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei.

Ihre Führungsrolle setzte sie durch einen umfangreichen Überwachungs- und Spitzelapparat (Ministerium für Staatssicherheit), durch die Zensur von Printmedien, Hörfunk und Fernsehen und Repressalien gegen politisch Andersdenkende durch. Unter dem Druck der friedlichen Revolution (Wende) wurde dieser Führungsanspruch am 1.12 1989 von der alten DDR-Volkskammer aus der Verfassung gestrichen.

Die DDR war international in dem Warschauer Vertrag und in dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) eingebunden und seit 1973 Mitglied der Vereinten Nationen.

Das Rechtswesen der DDR entsprach nicht den Standard für einen Rechtsstaat. In der DDR waren Rechtsanwälte nicht unabhängig vom Staat. Rechtsanwälte in der DDR hatten kein Recht auf Akteneinsicht. Rechtsanwälte bekamen wie die Richter lediglich einen zusammenfassenden Bericht. Die Möglichkeit selber die Akten durch einen Rechtsanwalt (insbesondere in Strafprozessen) überprüfen zu lassen bestand nicht.

Buch-Tipp: Der letzte Agent Einer der Besten Zu dem Inhalt wurde schon genug gesagt, deshalb auch hier ca. meine unmaßgeblicher Abschlussbetrachtung: Ein dicht erzählter Kriminalroman mit überaus interessanten Figuren, die das Lesen an sich schon interessant machen und eine insgesamt sehr nachvollziehbare Geschichte, die nicht einen Moment langweilig oder absurd aufgeregt erscheint....

Bewaffnete Organe

Die Gesellschaft für Sport und Technik (GST) wurde auf Moskauer Geheiß von der SED 1952 gegründet und war eine von mehreren paramilitärischen Organisationen in dem Umfeld der NVA, die zu der Militarisierung der Gesellschaft beitrugen, indem sie die gesetzlich vorgeschriebene vormilitärische Ausbildung an Schulen, Universitäten und in den Betrieben durchführte.

Die NVA war an den militärischen Aktionen zur Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligt. Dies war der erste geplante Auslandseinsatz deutscher Truppen nachdem Zweiten Weltkrieg. Die 7. Panzerdivision und die 11. Motorisierte Schützendivision sollten ursprünglich mit in die ČSSR einmarschieren. Vermutlich wegen der zu erwartenden verheerenden Wirkungen außer- und innerhalb des Warschauer Pakts sind die Divisionen auf Weisung der UdSSR nicht „regulär“ eingesetzt worden, sondern leisteten ca. logistische Hilfe und standen direkt an der Grenze DDR / ČSSR zur militärischen Absicherung der Operation. Diverse Verbindungsoffiziere, NVA-Nachrichtensoldaten und auch MfS-Offiziere waren direkt in der ČSSR in dem verdeckten oder korrespondierenden Einsatz.

Buch-Tipp: Der rote Elvis. Dean Reed oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR Die Geschichte des "Zonen-Cowboys" -ein wirklich kluges Buch Wer sich für die Geschichte des Rock'n Roll, Defa-Filme oder Ost-West-Kultur interessiert, dem kann es wirklich nicht schaden, da mal reinzuschauen . . . fernab aller tumben Stasi-Verschwörungtheorien! Gerade weil Hollywood (bzw. Tom Hanks) das Leben des "Zonen-Cowboys" gern etwas spektakulärer...

Parteien

Herrschende Partei der DDR war die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Ihr Führungsanspruch war seit 1968 in der Verfassung festgeschrieben und manifestierte sich auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens in der DDR.

Neben der SED gab es vier weitere Parteien, die mit der SED und einigen Massenorganisationen in dem sogenannten demokratischen Block (Nationale Front) zusammenarbeiteten, die sogenannten Blockparteien:

  • Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU)
  • Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD)
  • Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD)
  • Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD)

Sie waren zwar formal an den meisten Gremien und Organen der DDR beteiligt, hatten aber de facto keinen wirklichen Anteil an der Macht. Ferner wurde die Mitgliederanzahl der Blockparteien limitiert.

In der Zeit der Wende gründeten sich 1989 zahlreiche neue Parteien und Bürgerbewegungen. Dies waren unter anderem:

Zur einzigen freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 traten neben den alten DDR-Parteien, die meist inzwischen komplett andere Absichte vertraten, auch viele der neu gegründeten Parteien und Bürgerbewegungen an, teilweise in dazu gegründeten Wahlbündnissen.

Die SED änderte noch 1989 ihren Namen in SED/PDS (Partei des demokratischen Sozialismus) und benannte sich Anfang 1990 in PDS um.

Buch-Tipp: Deutsche Geschichte Geschichte mal nicht langweilig Mein Sohn (12 Jahre alt) wollte etwas über die Geschichte Deutschlands erfahren. Während sich einige andere Geschichtsbücher, die er schon gelesen hat, seiner Meinung nach häufig "endlos dahinzogen", fand er das Buch von Manfred Mai sehr kurzweilig und auf den Punkt gebracht - also Geschichte mal richtig gut...

Massenorganisationen

Neben den Parteien gehörte eine Reihe so genannter Massenorganisationen zur Nationalen Front. Sie waren teilweise mit eigenen Mandaten in den Volksvertretungen bis hin zur Volkskammer vertreten. Die überwiegende Mehrheit der DDR-Bürger in dem schulpflichtigen oder erwerbstätigen Alter war in einer oder mehreren dieser Organisationen Mitglied.

Buch-Tipp: Die DDR. Eine Dokumentation mit zahlreichen Biografien und Abbildungen Das Buch "Die DDR. Eine Dokumentation mit zahlreichen Biografien und Abbildungen" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Gesellschaftliches Leben

Buch-Tipp: Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur Das Buch "Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Verbände

Buch-Tipp: Neulich im Geißbockheim. Das total unglaubliche FC-Buch Ein tolles Buch ! Das Buch - Neulich in dem Geißbockheim - beinhaltet fiktive Geschichten aus der Führungszentrale des 1. FC Köln. Dabei wird in dem Stil eines Rollenspiels die Vorstandsetage des Vereins humorvoll auf die Schippe genommen. Die 25 Kapitel beinhalten angeblich heimlich mitgeschnittene Meetingprotokolle der Entscheidungsträger Wolfgang...

Schulsystem der DDR

Das Schulwesen der DDR war als einheitliches Gesamtsystem konzipiert. Aufbauend auf der Vorschulerziehung und der für alle Kinder verbindlichen zehnklassigen polytechnischen Oberschule (POS) folgten

  • eine zweijährige Berufsausbildung
  • eine dreijährige Berufsausbildung mit Abitur oder
  • eine zweijährige Abiturausbildung (Erweiterte Oberschule, EOS)

Wesentliche Merkmale des Schulsystems der DDR waren

  • die Einheitlichkeit der Bildungsinhalte für alle Kinder bis Klasse 10 bei zunehmenden Möglichkeiten einer Differenzierung, insbesondere nach Klasse 10
  • die gezielte Vorbereitung auf eine spätere berufliche Tätigkeit durch polytechnische Ausbildung und Schwerpunktsetzung in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern
  • das Bemühen um eine Einheit von Bildung und Erziehung mit dem Absicht der vollständigen Integration der Absolventen in die sozialistische Gesellschaft

Siehe auch: ABF

Buch-Tipp: Stadionpartisanen - Fans und Hooligans in der DDR Eine Beschreibung zum Buch "Stadionpartisanen - Fans und Hooligans in der DDR" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Religionen

In der DDR gab es verschiedene Religionsgemeinschaften. Die größte Rolle spielten die christlichen Kirchen, insbesondere die seit 1969 in dem Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR zusammengeschlossenen acht evangelischen Landeskirchen und die römisch-katholische Kirche, aber auch verschiedene Freikirchen. Daneben gab es jüdische Gemeinden, sowie vereinzelt ab den 1980er Jahren buddhistische, hinduistische und muslimische Gruppen. Die religiösen Organisationen waren die einzigen legalen vom Staat unabhängigen Organisationen.

Religionsfreiheit war auch in der DDR in der Verfassung festgeschrieben und wurde formal auch gewährt. Dennoch versuchte die DDR mit unterschiedlichen Methoden, den Einfluss vor allem der großen Kirchen zurückzudrängen und vor allem junge Menschen kirchlichem Einfluss zu entziehen. Folge auch dieser Politik war es, dass die Zahl religiös gebundener Menschen in dem Laufe der DDR-Geschichte erheblich abnahm. Die Politik der DDR konnte aber nicht verhindern, dass die christlichen Kirchen ein gewisser eigenständiger gesellschaftlicher Faktor blieben. Die Geschichte der Wende zeigte dann, dass sich gerade in den evangelischen Kirchen ein großer Teil der Menschen fand, teilweise ohne selber religiös zu sein, die zu den Trägern der Wende wurden.

Siehe auch: Christen und Kirche in der DDR

Geographie

Das Territorium der DDR bestand aus den heutigen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sowie dem Ostteil Berlins. Hinzu kam die Gemeinde Amt Neuhaus, die nachdem Zweiten Weltkrieg dem Land Mecklenburg zugeschlagen worden war und nach der Wiedervereinigung wieder niedersächsisch wurde.

Die DDR grenzte an die damalige Bundesrepublik Deutschland, die Tschechoslowakei und Polen sowie an die Ostsee. West-Berlin war eine Enklave inmitten der DDR.

Die DDR bestand seit 1952 verwaltungstechnisch aus 15 Bezirken. Neben der Hauptstadt Berlin waren das:

Autokennzeichen siehe Kfz-Kennzeichen (Deutschland).

Der nördlichste Punkt des ehemaligen DDR-Territoriums war das Kap Arkona auf der Ostsee-Insel Rügen, größter Binnensee die Müritz in dem Bezirk Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern),

Der Norden und die Mitte sind Teil der Norddeutschen Tiefebene. Charakteristisch für den Norden sind eiszeitlich geformte Moränenlandschaften und zahlreiche Seen (Mecklenburgische Seenplatte). Südlich davon erstrecken sich Hügelländer, in welche große Tieflandsbuchten (Leipziger Tieflandsbucht, Thüringer Becken) hineinragen. Der Süden wird von Mittelgebirgen eingenommen (Harz, Thüringer Wald, Rhön, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Lausitzer Bergland)

Sprache

Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR sind Deutsch, in der Lausitz auch Sorbisch, die Sprache einer kleinen slawischen Minderheit, in dem Norden auch Plattdeutsch verbreitet. Sprachdialekte waren: Berlinerisch in dem Berliner Raum, Thüringisch, Westsächsisch und Meißnerisch (ganzer Großraum Dresden) in dem Süden, sowie Unterformen und andere Regionalitäten. Zu den kleineren Dialektgebieten gehörten der südliche Thüringer Wald mit oberfränkischen Dialekten oder die Lausitz mit Schlesisch entlang der Lausitzer Neiße und der Oberlausitzer Mundart in dem Oberlausitzer Bergland.

In den Schulen der DDR war Russisch die zuerst gelehrte Fremdsprache. Zweite Fremdsprache war meist Englisch, sie wurde fakultativ gelehrt. Alternativen waren Französisch, Spanisch und Latein. Die Kenntnis einer zweiten Fremdsprache war Voraussetzung für die Hochschulreife.

Wirtschaft

Die DDR war trotz der ihr auferlegten Reparationsleistungen an die Sowjetunion das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Land des RGW und hatte einen höheren materiellen Standard als viele der entwickelten Staaten der Erde. Sie litt jedoch trotzdem ständig unter ungesicherter Energieversorgung, Devisenknappheit und nicht nachhaltigen Wirtschaftsprozessen. Es herrschte teilweise eine Notlösungswirtschaft. Das vorherrschende Wirtschaftssystem war eine Planwirtschaft mit Fünfjahrplänen und staatlichen Betrieben und Großbetrieben (Kombinate). In sehr kleinem Umfang wurden auch privatwirtschaftliche Kleinstbetriebe geduldet, die nicht vollständig der Planung unterworfen waren.

Der erste Fünfjahrplan von 1951 bis 1955 verfolgte hauptsächlich die Absicht, die Folgen der Kriegszerstörungen, Demontagen und Reparationen zu beseitigen und die Produktion speziell der Energiewirtschaft, der Schwer- und chemischen Industrie zu steigern. 1955 existierten in der DDR noch über 13 Tausend Privatbetriebe, und in der Landwirtschaft war die Kollektivierung erst 1960 abgeschlossen.

Anfang der 1970er Jahre war die DDR für kurze Zeit das zehntgrößte Industrieland der Erde, gemessen an ihrer Produktionsleistung. Zur Zeit der Wende nahmen sie jedoch ca. noch einen Platz unter den fünfundzwanzig stärksten Industrienationen ein.

Dennoch waren in der DDR in einigen Bereichen fast stets Konsumgüter knapp. Zu dem Beispiel musste man sich für einen Autokauf anmelden und dann je nach Modell etwa 15 Jahre warten zu vergleichsweise hohen Preisen. Ein "Schwarzmarkt" mit diesen Wartezeiten wurde teilweise geduldet, so dass die Wartezeit durch Zahlung eines höheren Preises umgangen werden konnte.

Preise und Löhne wurden überwiegend staatlich festgelegt. Der einheitliche Verkaufspreis subventionierte besonders grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs. Technische Geräte und andere Waren, die auch gegen Devisen exportiert werden konnten, waren dagegen häufig sehr teuer in dem Vergleich zur Kaufkraft der Menschen. Die Kaltmiete für eine Wohnung betrug je nach Ausstattung etwa 30 bis 80 Mark in dem Monat, ein Farbfernseher in den 1980er Jahren 7 Tausend Mark, ein Brötchen fünf Pfennige, ein typisches Auto Trabant 15 Tausend Mark oder 30 Tausend Mark ohne Wartezeit. Der Bau von Einfamilienhäusern wurde zunächst wegen Materialknappheit in ca. engen Grenzen ermöglicht (es gab zu dem Beispiel Vorschriften zur verbauten Menge an Steinen und vorgeschriebene Haustypen in Abhängigkeit von der Familiengröße), erlebte aber durch den nicht ausreichenden staatlichen Wohnungsbau vor allem in den 1980er Jahren einen gewissen Aufschwung. Beliebt waren Schrebergärten und Datschen, sowie Reisen nach Kuba, Ungarn, Bulgarien und in die Sowjetunion.

Die Wohnviertel waren nicht so stark nach Einkommensgruppen heterogenisiert, wie es heute in vielen westlichen Ländern der Fall ist. Angehörige verschiedener sozialer Schichten wohnten häufig dicht zusammen. Allerdings wurden die Parteinomenklatura und die Mitarbeiter vieler "Staatsorgane" in bestimmten Wohngebieten durch staatliche Wohnungszuteilungen konzentriert. Die Einkommensunterschiede zwischen einer Verkäuferin (mit etwa 600–800 Mark), einem Ingenieur (etwa 500–1200 Mark) und einem Bauarbeiter (etwa 900-1800 Mark) unterschieden sich in der Höhe und damit auch in dem Sparpotenzial (Residualeinkommen), die Einkommensschere klaffte aber nicht so stark auseinander wie in den westlichen Industrieländern. Gefragte Handwerker verdienten nicht selten mindestens so gut wie leitende Ärzte. Man konnte diese Unterschiede in dem täglichen Leben an Statusgegenständen kaum ausmachen, da diese wegen dauernden Mangels kaum erhältlich waren. Sie spielten daher eine weniger beachtete Rolle (Ausnahmen waren beispielsweise Ärzte, die bevorzugt Telefonanschlüsse erhielten). Trotzdem gelang es vielen, die es sich leisten konnten, sich durch häufige Reisen innerhalb des Ostblocks und teilweise durch westliche Konsumwaren aus der breiten Masse hervorzuheben.

Einige eher unbeliebte Berufe (zum Beispiel Müllmann oder Offizier) wurden besonders gefördert, die Lehrstellen- und Studienplatzvergabe wurde anhand des errechneten Bedarfs zentral geplant und über die Schulen als Lenkorgan realisiert. Die gesetzlich festgeschriebene Bildungsfreiheit war durch diese Voraussetzungen teilweise ca. mit größeren Hindernissen für den Auszubildenden zu realisieren.

Die Versorgung mit knappen Gütern, zu dem Beispiel einem Telefonanschluss oder Baumaterial, war vielfach von Beziehungen und Zufall, nicht selten auch von der vorgegebenen politischen Einstellung abhängig.

Erich Honecker leitete zu Beginn seiner Amtszeit vor allem soziale Reformen ein, die so genannte Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik, die auf dem VIII. Parteitag der SED 1971 beschlossen wurde. Er ließ etwas mehr politischen und kulturellen Freiraum, womit auch die Verhandlungen um eine internationale Anerkennung der DDR befördert werden sollten, und versuchte den staatlichen Betrieben mehr Freiräume zu lassen. Zugleich ließ er aber in zwei Wellen in den 1970er Jahren bis auf Kleinhandwerker alle Betriebe verstaatlichen, indem sie gezwungen wurden, eine staatliche Mehrheitsbeteiligung zu akzeptieren. Honecker galt daher anfangs als Hoffnungsträger.

Der anfängliche Reformschwung erlahmte jedoch, weil sich die Diskrepanzen zwischen politischer Unterdrückung und gewissen Freiräumen nicht dauerhaft überbrücken ließen. Als besonders misslich erwies sich die erste Ölkrise in den 1970er Jahren, da die DDR-Wirtschaft stets stärker von der Veredlung sowjetischen Erdöls profitierte und zugleich abhängig wurde. Zwar gab die Sowjetunion die Ölpreiserhöhungen ca. verzögert weiter, kürzte aber wegen extremer wirtschaftlicher Probleme 1981/82 die Liefermengen erheblich und ließ die Ölpreise in dem RGW während des Ölpreissturzes 1985 weitgehend unverändert. Dadurch fehlten der Wirtschaft dringend benötigte Devisen für Investitionen, die der Bereich Kommerzielle Koordinierung aufwändig erwirtschaftete. Zudem torpedierte Honeckers Sozialpolitik ab 1972 das wirtschaftliche Wachstum, weil die Sozialausgaben stetig stärker stiegen, als das Nationaleinkommen (vergleichbar dem Bruttosozialprodukt) aufgrund der kleineren Arbeitsproduktivität. Mit dem Mikroelektronikprogramm ab 1977 zu dem Aufbau einer eigenen Mikroelektronikindustrie bis 1990 wurden etwa 15 Mrd. DDR-Mark investiert. So lebte die DDR zu ihrem Ende hin ca. noch von der Substanz und Krediten, beispielsweise einem Kredit über eine Milliarde DM von Bayern.

Mit der Währungsunion kurz vor der Wiedervereinigung brachen fast sämtliche Exportmärkte schlagartig ein, da das – nun freie – Umtauschverhältnis die Produktionskosten über Nacht extrem verteuerte und die DDR-Betriebe damit häufig nicht mehr konkurrenzfähig waren. Für den Absatz in entwickelten Staaten des Westens waren die Produkte häufig nicht konkurrenzfähig genug oder waren, wenn sie konkurrenzfähig waren, wegen der ineffizienten Produktionsweise und der Währungsunion zu teuer geworden. Für die früheren Absatzmärkte in den Staaten des RGW waren sie aus den gleichen Gründen einfach ca. zu teuer und diesen Staaten brachen selbst die Wirtschaftssysteme ein.

Nationalhymne

Der Text Auferstanden aus Ruinen der Nationalhymne der DDR stammt von Johannes R. Becher, die Melodie von Hanns Eisler. Seit Anfang der 1970er Jahre wurde der Text der Hymne, aufgrund der Passage "Deutschland einig Vaterland", aber nicht mehr gesungen.

Text

Auferstanden aus Ruinen
Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt,
lasst uns Dir zu dem Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen, und wir zwingen sie vereint,
denn es muss uns doch gelingen, dass die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.
Glück und Friede sei beschieden Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden, reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen, schlagen wir des Volkes Feind.
Lasst das Licht des Friedens scheinen, dass nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint, ihren Sohn beweint.
Lasst uns pflügen, lasst uns bauen, lernt und schafft wie nie zuvor,
und der eignen Kraft vertrauend steigt ein frei Geschlecht empor.
Deutsche Jugend, bestes Streben unsres Volks in dir vereint,
wirst du Deutschlands neues Leben. Und die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint, über Deutschland scheint.

Siehe auch

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